Shinkendo / Kaiso Toshishiro Obata

Kaiso Obata

Bildergalerie - Kaiso Toshishiro Obata


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Die Entstehung von Shinkendo


Shinkendo ist eine traditionelle japanische Schwertkampfkunst, die auf der über 1200 Jahre alten Tradition und Geschichte der Samurai und des Bushi Damashii, des Geist des Kriegers, fußt. Begründet wurde Shinkendo durch Meister Toshishiro Obata, der 1948 in der Präfektur Gunma, Japan, als Kind einer alten Samuraifamilie geboren wurde. Im Alter von 10 Jahren beschritt Toshishiro Obata den Weg der Kampfkunst und hatte das Glück an den berühm- testen Kampfkunstschulen Japans und deren Meistern studieren zu dürfen. Dazu gehören unter anderem:

  • Yoshinkan Aikido unter Meister Shioda Gozo
  • Yagyu-Shinkage-ryu unter Meister der 20. Generation Yagyu Nobuharu
  • Ioriken Battojutsu unter Meister Uchida Tesshinsai
  • Toyama-ryu und Nakamura-ryu unter Meister Nakamura Taizaburo
  • Kashima-Shin-ryu unter Meister Tanaka Shigeho
  • Ryukyu Kobudo unter Meister Inoue Motokatsu
  • Jutte-jutsu und Masaki-ryu unter Meister Nawa Yumio

Aus den Jahrzehnten an Studium und Erfahrung zu den verschiedenen praktizierten japanischen Kampfkünsten folgte Meister Obata der japanischen Tradition seinen eigenen Stil und Weg aus dem Erlernten zu beschreiten. Dies führte zu Shinkendo, das zum Ziel hat Techniken und Strategien, die sich teilweise weit auseinanderentwickelt hatten, sinnvoll zusammenzuführen. Obata legte dabei großen Wert darauf die Stärken der einzelnen Richtungen zu bewahren und dabei Shinkendo nicht als etwas völlig Neues zu kreieren sondern als es Vereinigung der alten traditionellen Kampfkünste zu formen, die die japanischen Bushi (= Krieger) über 1200 Jahre gepflegt und verinnerlicht hatten.

Meister Toshishiro Obata hat sein Honbu Dojo, die Hauptschule und Zentrum der International Shinkendo Federation I.S.F., in Los Angeles. Obata, sein Sohn und seine Tochter entwickeln Shinkendo kontinuierlich weiter. Sie halten eigene Seminare im Honbu Dojo und besuchen regelmäßig weltweit ihre Dojos zu internationalen Seminaren.

Weitere Informationen zu Shinkendo finden Sie unter:
I.S.F. International Shinkendo Federation, www.shinkendo.com.
S.S.F. Swiss Shinkendo Federation, www.shinkendo.ch.
Shinkendo Deutschland, www.shinkendo-deutschland.de.

Shinkendo

Der Geist des Shinkendo


shin - wahr, echt
ken - das Schwert
do - der Weg

Übersetzt bedeutet Shinkendo der wahre / echte Weg des Schwertes. Nun gibt es viele Stile und Schulen und jeder hat seine Philosophie, wie er seine Kampfkunst praktizieren möchte. Im Shinkendo wollen wir uns nahe an die Ursprünge dessen bewegen, was die japanische Kultur der Samurai bedeutet hat. Sicher birgt besonders das fernöstliche eine Faszination, die in vielen Facetten auf uns wirkt. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass wegen der jahrhundertelangen Isolation Japans unter dem Tokugawa-Shogunat in diesem Land das Mittelalter Bestand hatte. In einer Zeit, in der die westliche Welt an der Schwelle der industriellen Revolution und Neuzeit stand, herrschten dort noch Regeln, welche bei uns schon seit Jahrhunderten nicht mehr gepflegt wurden.

Mit der Meiji-Ära 1868, und damit der Öffnung Japans für den Rest der Welt, begann in diesem Land eine Veränderung unglaublicher Art. Rund um eine zutiefst traditionelle Seele machte Japan in rasanter Geschwindigkeit eine Umwandlung in einem der modernsten Staaten der Welt durch. Ein Prozess für den andere Länder Jahrhunderte brauchten.

Heute ist Japan eben diese Moderne. Aber es ist auch ein sehr junges und authentisches Fenster in eine alte Zeit und Kultur. Wir können in den fernöstlichen Kulturen an etwas teilnehmen, dass tatsächlich noch authentisch über Generationen von Meistern gepflegt und für uns bewahrt wurde. Shinkendo ist nicht nur ein Kampfsport oder eine körperliche Betätigung sondern vielmehr die Teilnahme an einer Kultur und Kunst, die uns neben der exotischen Faszination vieles geben und lehren kann, was in unserer modernen Welt schon lange verloren gegangen ist.

Fünf Elemente


Shinkendo setzt sich aus fünf Grundelementen zusammen. Diese fünf Elemente haben verschiedene Aufgaben und Schwerpunkte und jeder Bereich für sich beschäftigt sich mit anderen Aspekten der Schwertkampfkunst. Natürlich finden sich auch Bereiche wie Aufwärmübungen, Fussarbeit, Konditionsübungen und sonstige, die sich nicht in diese fünf Klassen einreihen lassen. Aber im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die Struktur von Shinkendo geben.


SUBURI
Die Suburi sind zusammenfassend Schwertschwingübungen. Sie variieren von einfacher bis hoher Komplexität und umfassen einzelne Schnitte bis hin zu komplexeren Folgen. Suburi sind Übungsformen die Körper- und Schwertbewegungen miteinander in Einklang bringen sollen. Dabei festigen sie die Routine, Natürlichkeit und Präzision von Schnitten und fordern und fördern Ausdauer und Konzentration. Trainiert werden sie als Einzelübungen und Kombinationen.


BATTOHO
Die Battoho sind kämpferische Formen des Schwertziehens. Bei der Goho-Battoho (Go für die Zahl Fünf) handelt es sich z. B. um fünf Haupttechniken das Schwert zu Ziehen. Dem Szenario der kämpferischen Auseinandersetzung entsprechend folgt jeder einzelnen Schwertziehtechnik eine Reihe von Folgeschritten und Blocks, die je nach Erfahrung des Lernenden immer komplexer und fordernder werden. Am Ende einer Battoho-Folge steht stets Chiburi (= rituelles Abschleudern des Blutes des Gegners vom eigenen Schwert) und das Zurückstecken der Waffe. Ebenso wie die Suburi sind die Battoho Einzelübungen ohne Gegner oder Trainingspartner. Sie sind jedoch sehr geeignet, in Formation von zwei, vier oder mehr Praktizierenden Shinkendo synchron zu üben und eindrucksvoll zu präsentieren.


TANRENGATA
Die Gruppe der Tanrengata sind die in vielen anderen asiatischen Sportarten bekannten Abfolgen der Kata. Eine Kata stellt eine symbolische Kampfsituation dar, in der sich der Praktizierende in der Regel mit mehreren imaginären Gegnern auseinander zu setzen hat. In einer festen Folge aus Angriffs-, Verteidigungs- und Ausweichtechniken spielen Richtung, Ablauf und Harmonie zwischen Angriff, Block und Rückzug eine wichtige Rolle.
Bei der Kata ist der jeweilige Charakter der Folge sehr individuell und wichtig. So gibt es Katas, die den harmonischen Wechsel von Ruhe- und Geschwindigkeitsphasen pflegen, andere setzen sich mit Gegnern in speziellen Richtungen auseinander und andere wiederum vertiefen das Zusammenspiel vom Ausmaß des Richtungswechel und der dazu am besten geeigneten Weite von Blocks und Schnitten.


TACHI UCHI
Shinkendo ist wie bereits gesagt keine meditative oder spirituelle Schule, sondern pflegt die Tradition der Kampfkunst der Samurai. Hierbei sind die Erfahrung und Fähigkeit das (Holz-)Schwert als Waffe der japanischen Krieger zu erleben und zu führen ein wichtiger Bestandteil. Diese Übungen erfolgen im Tachi Uchi, den Partnerübungen mit realistischen Angriffs- und Verteidigungsübungen.
Die Tachi Uchi werden mit dem Bokuto geübt und sind elementar, um von kontaktlos bis zu Halbkontakt die Präzision, Konzentration und vor allem Disziplin zu erlernen, die eine Kampfkunst von dem Praktizierenden verlangt. Natürlich erfordert diese Trainingsform eine sorgfältige Vorbereitung von den Übenden.
Dies zeigt sich am besten darin, dass es beim Tachi Uchi nie einen Gegner sondern nur einen Partner gibt. Die Techniken und Abfolgen sind festgelegt und es geht ausschließlich um den gemeinsamen Erfolg eines gut eingespielten und fordernden Erlebnisses. Niemals werden beim Tachi Uchi Techniken improvisiert und der Partner überrascht. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage.


TAMESHIGIRI
Das Tameshigiri hat in der japanischen Tradition zwei Aufgaben. Übersetzt bedeutet es soviel wie Testschnitt oder Schwertprobe. Das scharfe Schwert Katana oder Shinken ist die Waffe der Samurai, von deren Leistungsfähigkeit letztendlich das Leben des Trägers abhängen kann. In der Schwertprobe haben erfahrene Samurai Schwerter mit Schnitttests an Strohbündeln, Bambusstangen und Reisstrohmatten geprüft und dann bewertet. Je nach Güte und Erfolg stieg oder fiel der Wert eines Schwertes nach diesem Test.
Die Schwertprobe ist aber auch eine Probe des Lernenden der Schwertkampfkunst. Mit dem echten Schnitt einer vorher in Wasser eingelegten und zusammengerollten Reisstrohmatte erlebt auch der Praktizierende seine eigene Probe, die Frage ob er gut oder nicht gut gelernt hat. Das Tameshigiri ist der einzige Einsatz, bei dem im Shinkendo das scharfe Schwert verwendet wird. Es ist ausschliesslich den fortgeschrittenen Praktizierenden vorbehalten und nicht nur die körperlichen und technischen Fähigkeiten sondern besonders die persönliche Eignung sind Voraussetzung, dass ein Lernender das Tameshigiri ausführen darf.

Training und Waffen


Shinkendo ist ein anspruchsvoller Sport, der Geist und Körper fordert und trainiert. Dabei können Schüler unterschiedlichsten Zeitanspruchs und Alters bei uns trainieren. Mit Ausnahme von speziellen Trainingseinheiten für Instruktoren trainieren wir zusammen und miteinander.

Als Trainingsgeräte verwenden wir die meiste Zeit das Holzschwert Bokken für Einzelübungen und den robusten Holzstock Bokuto für Partnerübungen mit Kontakt der Schwerter. Das stumpfe Metallschwert Iaito wird ab einer gewissen persönlichen Eignung und auch nur unter Aufsicht der Instruktoren für bestimmte Einzelübungen eingesetzt. Für Partnerübungen oder im direkten Umfeld einer anderen Person ist es jedoch tabu.

Das scharfe Schwert wird in unserem Unterricht nicht eingesetzt. Die Schnittübungen des Tameshigiri sind erfahrenen Trainern vorbehalten und spielen im allgemeinen Training keine Rolle.

Ausrüstung


Die Grundausrüstung im Shinkendo besteht aus der im asiatischen Kampfsport üblichen Trainingsjacke Gi, der Hose und einem Gürtel. Bei der Jacke tragen wir die Farben Weiss, Schwarz oder Blau, wobei Weiss üblich ist. Bei der Hose tragen wir Weiss oder Schwarz. Der Gürtel sollte Weiss sein. Nur im Fall, dass ein Shinkendoka in einem anderen Kampfstil eine Dan-Graduierung besitzt, kann er einen schwarzen Gürtel tragen.

Empfehlenswert ist als nächstes Kleidungstück die Hakama, der traditionelle japanische Hosenrock der Samurai. Hier tragen wir die Farben Schwarz oder Blau.

Als Trainingsgerät braucht man ein Bokken und für die Tachi Uchi später ein Bokuto. Vom Erwerb eines stumpfen Übungsschwertes Iaito oder eines scharfen Schwertes Shinken raten wir dringend ab. Diese Trainingsgeräte braucht man erst in einem erfahrenen Level und wir besprechen solch einen Erwerb gerne im Dojo ab.

Rüstungen und Schutzbekleidung, wie man sie z. B. aus dem Kendo kennt, tragen wir im Shinkendo nicht. Daher ist auch klar, dass im Shinkendo kein Vollkontakt praktiziert wird.

Für ein Schnuppertraining genügt es, wenn Sie einen Trainingsanzug besitzen. Alle anderen Geräte stellen wir gerne zur Verfügung.

Graduierungen


Ein letztes Wort zu den Abstufungen und Graduierungen in Shinkendo. Kaiso Obata hat in Shinkendo nicht das gerade in den modernen Kampfsportarten übliche System der Kyu- und Dan-Grade übernommen. Vielmehr hat er das alte System erhalten, bei dem hauptsächlich zwischen Lernenden und Lernenden und Lehrenden unterschieden wird. Mit fortschreitendem Können kann man Prüfungen absolvieren. So gibt es nebeneinander zwei Graduierungswege für Lernen und Lehren, für Schüler und Instruktoren. Neben der Zahl der Jahre und der Art und Menge an Techniken sind auch die persönliche Einstellung und die eigenen Fähigkeiten entscheidend. Die Graduierungen werden nicht in Zahlen ausgedrückt (5., 4. Kyu usw.), sondern tragen für Shinkendo spezifische Eigennamen (Ichimonji, Jiho etc.). Damit haben sie nicht eine einfache numerische Ordnung bei der je höher die Zahl je besser der Shinkendoka bedeutet.

Dass der nach aussen erkennbare Rang für uns nicht so wichtig ist zeigt sich in einem kleinen Detail: Wir tragen keine Gürtelfarben. Was zählt sind Können und Umgang miteinander. Schüler tragen ein scharzes Mon (=Wappen der Schule) und Intruktoren ein rotes Mon. Was jedoch nicht heissen soll, dass Lehrende nicht immer zugleich auch Lernende sind.